Artikel - Kirchentag soll 2011 in Erfurt oder Dresden stattfinden
Kirchentag soll 2011 in Erfurt oder Dresden stattfinden
"Werbung für die Kirche" in atheistischem Umfeld
Die Planungen finden bereits lange im Voraus statt: Erstmals seit 1997 soll es im Jahr 2011 wieder einen evangelischen Kirchentag in einem der neuen Bundesländer geben. Das berichtete die "Leipziger Volkszeitung" unter Berufung auf Kirchentagspräsident Reinhard Höppner. Der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt sagte, derzeit würden die organisatorischen Voraussetzungen der Städte Dresden und Erfurt geprüft.
Bisher soll es noch keine Vorentscheidung für eine der beiden Städte geben. So hätten beide Städte ihre Vorzüge, sagte Höppner dem Zeitungsbericht zufolge. "Erfurt hat den wunderschönen Domplatz, der sich für Veranstaltungen geradezu aufdrängt, dafür ist Dresden größer und hat mehr Veranstaltungsräume." Diese Punkte müssen die Entscheidungsträger noch gegeneinander abwägen, entscheiden wollen sie sich dann bis Mitte des Jahres.
Im Jahr 2009 findet der evangelische Kirchentag in Bremen statt, im folgenden Jahr gibt es ein ökumenisches Treffen mit den Katholiken in München. Somit sei 2011 ein etwas kleinerer Kirchentag denkbar, hieß es in dem Bericht. "Das ist für lange Zeit wohl die letzte Chance, einen Kirchentag im Osten Deutschlands zu veranstalten." Das Protestantentreffen stelle sonst immer auch einen enormen logistischen und infrastrukturellen Aufwand dar, denn schließlich müssten etwa 100.000 Dauerteilnehmer untergebracht werden. Für die Großveranstaltungen des Ereignisses werden zudem Räume für bis zu 60 000 Besucher benötigt – dafür wären größere Städte mit Messehallen und belastbarer Infrastruktur nötig. Ein kleineres Treffen wäre da schon einfacher zu realisieren.
Ein Argument für die erneute Austragung des Protestantentreffens in Ostdeutschland ist Reinhard Höppner zufolge auch die gute Erfahrung des Kirchentages 1997 in Leipzig, wie die Zeitung berichtete. Hier sei es zu einer offenen Begegnung von Menschen aus Ost und West gekommen. "Doch das Zusammenwachsen ist immer noch nicht gelungen, wir wollen hier einen Beitrag leisten." Hinzu komme, dass auch in einem atheistischen Umfeld wie in den neuen Ländern ein Kirchentag die beste Werbung für Kirche sei. "In Leipzig hatten wir den Überraschungseffekt auch bei vielen kirchenfremden Menschen", zitiert das Blatt Höppner. "Die sagten, schau an, so kann auch Kirche sein.“
