Artikel - Kirche in den schönsten Wochen des Jahres
Kirche in den schönsten Wochen des Jahres
Evangelische Kirche gibt Broschüre zur Tourismus-Seelsorge heraus
Weit weg von der Heimat und vom trüben Alltag ist das Bedürfnis nach einem Gottesdienst oft besonders groß – doch die kirchliche Arbeit in Touristenregionen folgt ganz eigenen Regeln. „Die Menschen auf ihren Reisen zu begleiten, gehört seit Jahrhunderten zu den Aufgaben der Kirche“, sagt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber. Und das ist keine unwichtige Aufgabe: Rund 65 Millionen Bundesbürger fahren nach Angaben der Kirche jährlich in den Urlaub, und das Interesse an kirchlichen Angeboten ist während der "schönsten Zeit des Jahres" gerade bei kirchenferneren Menschen besonders groß.
Zahlreiche Menschen nehmen sich im Urlaub Zeit für einen Gottesdienst. Der deutschsprachige evangelische Gottesdienst in Playa del Inglés auf der beliebten Kanare-Insel Gran Canaria wird beispielsweise jede Woche von 350 Menschen besucht, wie die EKD mitteilt. Die größten deutschsprachigen Gottesdienste außerhalb Deutschlands fänden in der Kathedrale in Palma de Mallorca statt, wenn sich an Heiligabend in zwei Gottesdiensten jeweils 2500 Menschen versammeln. 41 Prozent der Touristen befassen sich im Urlaub mit ihrer Lebenssituation und denken über die Gestaltung ihres Lebens nach.
Mit diesem Thema befasst sich nun auch eine 80-seitige neue Broschüre mit dem Titel "Fern der Heimat: Kirche. Tourismus-Seelsorge im Wandel. Entwurf einer missionarischen Handlungsstrategie“, die Mitte Januar in der Reihe "EKD-Texte" veröffentlicht wurde. Darin hat das Kirchenamt die Möglichkeiten bei der Arbeit für Urlauber dargestellt und am Beispiel der Arbeit in den Tourismus-Orten an der spanischen Küste und auf spanischen Inseln Grundprinzipien und Strukturen der kirchlichen Arbeit beschrieben. Denn kirchliches Handeln an Urlaubsorten verlangt besondere Inhalte und besondere Formen.
Dabei werde die Kirche, wie der Ratsvorsitzende im Vorwort der Broschüre schreibt, bei ihrem eigenen Auftrag bleiben und die Barmherzigkeit Gottes verkündigen: „Der barmherzige Gott, der in Jesus Christus begegnet und in Schöpfung und Erlösung erfahren wird, ruft den Menschen in eine Freiheit, die er sich niemals selbst kaufen, erarbeiten oder aber auch in Gestalt von Ferien gönnen kann." Die Kirche erinnere an die Verheißung des Glaubens, dass Gott die Sehnsüchte des Menschen aufnehme und korrigiere, bestätige und vertiefe.
