Artikel - Fasten heilt Körper und Seele
Fasten heilt Körper und Seele
Experten geben Tipps zum Verzicht
Fasten ist heute für viele Menschen modern – für einige vor allem aus gesundheitlichen, für viele andere aus religiösen Gründen. Und selbst nicht streng gläubige Menschen nutzen gerne diese Möglichkeit, um durch den verzicht wieder die Dinge des Alltags schätzen zu lernen. Allerdings weisen viele Mediziner darauf hin, dass das richtige Fasten auch gelernt sein will.
Am Aschermittwoch war alles vorbei – inzwischen sollte der Verzicht in vielen fastenden Haushalten Einzug gehalten haben. Doch halten sie sich auch an die gesundheitlichen Regeln? Der wichtigste Tipp: „Mit einem erfahrenen Begleiter zu fasten, ist besser und leichter, als eine Fastenzeit alleine durchzustehen", erklärt Pater Willigis Jäger, Benediktinermönch und Leiter zahlreicher Meditations- und Fastenkurse, der »Neue Apotheken Illustrierte«. Denn Motivation und einige Ratschläge brauche jeder, während feste Speisen, Alkohol und Rauchen tabu sind.
Dr. med. Eva Lischka, Ärztin in der Malteser Klinik von Weckbecker, sagt: „Die Auszeit vom Essen kann auch eine Auszeit für die Seele sein. Wer fastet, kann zur Ruhe kommen und sich mit seinem Leben, seiner Zukunft, den spirituell-geistigen Dimensionen beschäftigen." Das ist es, wonach die meisten Menschen suchen. Es kann aber verbunden werden mit einer Wohltat auch für den eigenen Körper. „Es reicht nicht, einfach nur das Essen weg zulassen“, betont die Medizinerin aber. „Zum richtigen Fasten gehört auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit Tees, Obst- oder Gemüsesäften, Brühen etc., damit der Körper genug Vitamine und Mineralstoff bekommt.“
Eine Untersuchung an der Klinik Blankenstein in Hattingen hat ergeben, dass der gesundheitliche Gewinn des Fastens zu einem wesentlichen Teil von der Regeneration des Darms ausgeht: Nach einer dreiwöchigen Fasten-Kur wurden in den Verdauungsorganen der 55 Patienten deutlich mehr Abwehrstoffe gebildet, die die Darmschleimhaut vor unerwünschten Eindringlingen wie Bakterien und Viren schützen.Gleichzeitig verbesserte sich das allgemeine Befinden der Teilnehmer.
Verschiedene Experten raten zu Beginn des Fastens und dann an jedem zweiten Tag der Kur zur Einnahme eines natürlichen Passagesalzes. Dazu eignen sich Bitter- oder Glaubersalz, die beide leider einen sehr unangenehmen Geschmack haben. Bittersalz ist mittlerweile aber auch als wohlschmeckendes Sprudelsalz mit in Apotheken erhältlich, das auf sanfte Weise die Darmreinigung und gleichzeitig den Abbau saurer Stoffwechselprodukte fördert.
